Der Funk riß sich um die musikalischen wie akustischen Delikatessen, die Wunderlich auf Tonband verewigte. Sein Name wurde in jedem Haushalt bekannt und so wurde er zum ‘Mr. Hammond’, den seinerzeit jeder kannte. Nie war er auf nur eine Musikrichtung festgelegt, er präsentierte die neuesten Hits genauso wie seine Version von Motiven aus Klassik, Operette, Musical oder Schlager. Klaus Wunderlich ist erstaunlich vielseitig, egal was er interpretiert, so echt er den eigenständigen Stil eines Orchesters oder Interpreten auch nachempfindet, überall ‘swingt und drived’ der Wunderlich-Sound ganz unverkennbar und überall findet er positives Echo.

Im Jahre 1972 beendete er seine hektische Lebensweise. Im Keller seines Hauses richtete er sich ein eigenes Tonstudio ein - seither ist er Musiker und Aufnahmeleiter in Personalunion. Klaus Wunderlich hat sich nie der rasanten technischen Entwicklung auf dem Sektor der elektronischen Klangerzeugung verschlossen. Er ist Perfektionist und Tüftler, und so erkannte er Anfang der siebziger Jahre, “daß die klanglichen Gefilde der Hammondorgel langsam ausgereizt waren. Es mußte etwas Neues her...”. Und so schuf er den legendären “New Pop Organ Sound”, indem er die Klänge dreier verschiedener Orgeltypen raffiniert miteinander mischte. Auf diese Weise wurden im ‘Multiplaybackverfahren’ orchestrale Aufnahmen möglich, die an Präzision ein Orchester vor Neid erblassen ließen. Seit dieser Zeit spielt er alle Stimmen selbst ein, sogar das Schlagzeug. Wunderlich experimentierte mit dem MOOG-Synthesizer und holte durch technische Tüfteleien auch aus dem ‘guten, alten Piano’ ganz neue Töne heraus (“Ich spiele auf allem, was sich betasten läßt.”). So entstanden neben der ‘Wunderlich Pops’-Serie auch Produktionen mit Titeln wie ‘Sound 2000’ oder ‘Uraltedelschnulzensynthesizergags’, die ebenfalls weltweiten Erfolg hatten. Klaus Wunderlich hatte eine Art, seine Instrumente zu spielen und ihre Klangfarben zu nutzen, die man derart bislang weder gehört hatte, noch vergessen konnte. Dieser Sound war jedoch nur im Studio zu erzeugen und konnte nicht auf dem Konzertpodium nachgespielt werden.

KW Studio